Schwitzen für die Forschung

Auch schon mal mit dem Fahrrad die Holländische entlanggefahren? Dezente Angst verspürt, wenn der Vierzigtonner hinter dir kuschelig nah auffährt und die Ampel auf Rot springt? Stress?

Mit dem Besuch von Peter Zeile aus Karlsruhe am 16.01.2018 und seinen mitgebrachten Sensoren wird dieser Stress sichtbar gemacht; durch sein Forschungsprojekt Urban Emotions erfasst er via Humansensoring den Stresspegel der Probanden, welche auf Rädern oder per pedes die Stadt erkunden. Die verwendeten Sensoren zeichnen während der Strecke den Herzschlag und die elektrische Leitfähigkeit der Haut auf- den „kalten Angstschweiß“. Zur Positionsbestimung wird ein GPS-Gerät genutzt. Um Peaks des Stresslevels besser auswerten zu können, tragen die Probanden eine Outdoorkamera am Körper.

Als Vorbereitung musste im Vorfeld eine möglichst repräsentative Rundstrecke durch Kassel gewählt werden- die zeitlichen Vorgaben lagen bei gut einer Stunde und in normalem Tempo schaffbar. Bis zum Herkules hoch und zurück fiel damit schon mal aus. 😉 Wir entschieden uns für eine Strecke, welche einen möglichst breiten Abschnitt von Kassel zeigt. Hauptverkehrsstraßen, Steigungen, Wohngebiete, Tramschienen, Parks und Nebenstraßen.

Strecke

Quelle: Google Maps

Um 14Uhr wurden Walaa und Mamoun verkabelt und an die Sensoren angeschlossen. Via GPX-Track auf dem Handy konnten sie die Strecke auf ihrem Handy verfolgen. Jeweils mit einem Abstand von etwa 5 Minuten wurden die Fahrer auf die Strecke geschickt, damit sie sich nicht aneinenander orientieren können.

Vorbereitung

Fotos: D. Münderlein

Angedacht waren rund 60 Minuten; ein Testfahrer war jedoch schon nach 45 Minuten wieder da und ein anderer benötigte 1 1/2h. Hier seht ihr ein paar Paparazzifotos; geschossen an der Stadthalle und der Mensa.

Währenddessen

Fotos: A. Freitag

Die größten Probleme entstanden durch die Orientierung in der Stadt- wo führt der Weg her? Muss ich hier oder später abbiegen? Ein Verfahren ist nicht schlimm- die genaue Strecke wird aufgezeichnet und ist somit rückverfolgbar. Gleichzeitig auf den Verkehr und die Strecke achten- sehr anstregend. Ebenso gab es Probleme mit den Geräten und einer zu hohen Feuchtigkeit. Durch das regnerische und kalte Wetter waren wärme und dichte Jacken nötig- diese führten jedoch bei körperlicher Anstrengung dazu, dass sich die Klebepads vom Handgelenkssensor lösten und bei einem Probandem ab der Stadthalle keine Werte mehr lieferten. Auch war zwischendurch das GPS Signal nicht konstant- auch “professionelle” Geräte haben also ihre Schwachstellen.

Die Ergebnisse von der “gemütlichen” Radtour und Eindrücke vom Vortrag folgen im nächsten Beitrag.

Kategorien: Phase 2: Projekt

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